Der deutsche DAX legt über 300 Punkte zu, da Hoffnungen auf eine weichere US-Zollpolitik steigen

DAX 04 04 2025 1, Video Screenshot, tags: um 305 punkte eine - Youtube

Deutsche Aktienmärkte erlebten am Dienstag eine kräftige Erholung, die den Investoren nach vier aufeinanderfolgenden Verlusttagen etwas Erleichterung verschaffte.

Der DAX schoss um 305 Punkte nach oben und schloss bei 20.066,95, beflügelt von einem erneuerten Vertrauen der Märkte. Für viele deutsche Investoren, die den Index stetig im Sinkflug beobachtet haben, bietet dieser Aufschwung einen Hoffnungsschimmer auf Stabilität – wenngleich Vorsicht weiterhin geboten ist.

Handelsspannungen halten an

Der Aufschwung erfolgte, als sich die weltweite Stimmung wandelte, insbesondere nachdem spekuliert wurde, dass die USA ihre aggressive Handelspolitik möglicherweise abschwächen könnten. Die Märkte reagierten auf Hinweise, dass Präsident Donald Trump offener für Verhandlungen sein könnte, zumal der internationale Gegenwind zu seinen Zollmaßnahmen wächst.

Doch die Lage ist bei weitem nicht geklärt. Trump lehnte ein Angebot der Europäischen Kommission ab, Zölle auf Industrieprodukte abzubauen, und erklärte, dass nur „faire“ Abkommen akzeptiert würden. Während er die Tür für Gespräche offenließ, bekräftigte er auch seine Androhung, die Zölle auf China erheblich anzuheben, sofern Peking seine Vergeltungsstrategie nicht zurücknimmt. China verhängte kürzlich einen drastischen Zoll von 34 % auf US-Importe, nachdem Washington neue reziproke Abgaben angekündigt hatte.

Uneinheitliche Unternehmensleistungen

Trotz dieser geopolitischen Risiken konnten mehrere Schwergewichte aus deutschen Unternehmen beachtliche Gewinne verzeichnen. Siemens Energy legte um fast 6 % zu, gestützt durch das Vertrauen der Investoren in seine Zukunftsperspektiven. Rheinmetall, Heidelberg Materials, Continental und MTU Aero Engines stiegen jeweils zwischen 4 % und 5 % und stärkten damit die allgemeine Rallye. Auch Finanz- und Pharmainstitute wie die Deutsche Börse, Allianz und Sartorius trugen dazu bei, das Marktsentiment weiter anzuheben.

Dennoch zeigte sich die Erholung nicht überall. Die Commerzbank verlor fast 2 %, während Vonovia und BMW an Boden einbüßten. Infineon Technologies ging um 1,25 % zurück, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen die Automobil-Ethernet-Sparte von Marvell Technology für 2,5 Milliarden Dollar (2,32 Milliarden Euro) übernommen hat – was Befürchtungen hinsichtlich des Geschäftsrisikos und der Integrationskosten auslöste. Auch die Deutsche Telekom, SAP und mehrere Automobilunternehmen schlossen im Minus.